Diese Seite zeigt dir einiges über deinen Browser. Sie zeigt dir absichtlich nicht alles – hier steht, was fehlt und warum.
Das Wichtigste zuerst
Nichts auf dieser Liste ist eine Sicherheitslücke. Es sind gewöhnliche Funktionen, die Webseiten aus guten Gründen haben. Bedenklich wird nicht die einzelne Angabe, sondern ihre Kombination: Jede für sich sagt wenig, alle zusammen ergeben ein Muster, das dich unter Millionen wiedererkennt – ohne Cookie, ohne Anmeldung, ohne dass du etwas merkst. Das nennt sich Fingerabdruck.
Und: Das meiste davon braucht keine Erlaubnis und keinen Klick. Es passiert beim Laden, in Sekundenbruchteilen.
Was ohne Nachfrage möglich wäre
| Was | Wie es geht | Was sich daraus ableiten lässt |
|---|---|---|
| Installierte Schriftarten | Text messen, den man nie anzeigt | Welche Software auf dem Gerät ist, oft bis zur Firma |
| Grafik-Fingerabdruck | Ein Bild zeichnen lassen und das Ergebnis vergleichen | Grafikkarte und Treiber – sehr unterscheidungsstark |
| Ton-Fingerabdruck | Ein unhörbares Signal berechnen lassen | Geräteklasse, kaum veränderlich |
| Anzahl Prozessorkerne, Arbeitsspeicher | Direkte Abfrage | Wie leistungsfähig dein Gerät ist |
| Berührungspunkte des Bildschirms | Direkte Abfrage | Handy, Tablet oder Laptop mit Touchscreen |
| Verbindungsart und -tempo | Direkte Abfrage, in manchen Browsern | Mobilfunk oder Festnetz, ungefähre Bandbreite |
| Tipp- und Mausverhalten | Zeitabstände messen | Verhaltensmuster, die zu dir gehören wie eine Handschrift |
| Verweildauer und Scrollverhalten | Ereignisse mitzählen | Was dich interessiert und wie lange |
Dazu kommt einiges, das eine Erlaubnis braucht – Standort, Kamera, Mikrofon, Zwischenablage, Bluetooth. Danach fragt ein Fenster, und du kannst Nein sagen. Die Liste oben fragt nicht.
Warum diese Seite es nicht tut
Sie könnte es. Der Code dafür ist in wenigen Zeilen geschrieben, und niemand würde es bemerken – das ist ja der Punkt.
Sie tut es nicht, weil eine Seite, die vor Datensammlung warnt und dabei selbst sammelt, ihre eigene Aussage widerlegt. Was hier gemessen wird, bleibt auf deinem Gerät und wird beim Schliessen des Tabs vergessen. Nachprüfen kannst du das im Quelltext – behaupten lässt sich viel.
Die drei Prüfungen, die diese Seite anbietet und die etwas kosten – lokale Adressen, Kamera- und Mikrofonzahl, Protokolltest – warten auf deinen Klick. Nicht weil sie schlimm wären, sondern weil ungefragt zu tun, was möglich ist, genau die Haltung ist, um die es hier geht.
Was du dagegen tun kannst
Es gibt kein Mittel ohne Preis. Der Reihe nach, vom Einfachsten zum Unbequemsten:
Einen Browser mit Fingerabdruck-Schutz benutzen. Manche Browser verändern die Antworten leicht bei jedem Aufruf oder verweigern sie. Preis: Einzelne Seiten funktionieren nicht richtig, gelegentlich musst du den Schutz für eine Seite abschalten.
Einen Inhaltsblocker einsetzen. Er verhindert, dass die bekannten Sammler überhaupt geladen werden. Preis: Manche Seiten merken es und wollen nicht mehr. Gegen eine Seite, die selbst misst, hilft er nicht.
Bei den Standardeinstellungen bleiben. Klingt widersinnig, ist aber wirksam: Wer alles anpasst – seltene Schriftart, exotische Fenstergrösse, besondere Einstellungen –, wird dadurch leichter wiedererkennbar, nicht schwerer. Der beste Schutz ist, wie alle anderen auszusehen. Preis: Du verzichtest auf Anpassungen, die du vielleicht magst.
JavaScript einschränken. Das entzieht dem meisten die Grundlage. Preis: Ein grosser Teil des Webs funktioniert dann nicht mehr, und du entscheidest Seite für Seite neu.
Zwei Irrtümer, die weit verbreitet sind
Ein privates Fenster hilft nicht. Es vergisst Verlauf und Cookies, wenn du es schliesst. Am Fingerabdruck ändert es nichts – dein Gerät bleibt dasselbe.
Ein VPN hilft nicht. Es verbirgt deine Adresse, nicht deinen Browser. Wer dich am Fingerabdruck erkennt, erkennt dich mit VPN genauso, nur eben mit einer anderen Adresse daneben.
Beides ist nützlich – gegen etwas anderes.